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2026-07-28 10:57:44 +02:00

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title: 'Schutz statt Schikane für trans Menschen'
date: '2026-07-28T10:34:42+02:00'
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authors:
- skye
tags:
- geekfem
- "überwachung"
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## Schutz statt Schikane für trans Menschen
Der CCCHH unterstützt den Aufruf zum Die-In im trans Block auf dem Hamburger CSD am 01.08.2026.
Wir sind entsetzt über die geplanten Änderungen in der Trans-Gesundheitsversorgung. Insbesondere die Entwicklungen in Hamburg bereiten uns Sorgen.
In unserem Club engagieren sich viele Menschen aus dem trans\* Spektrum, die auf eine respektvolle, schnell verfügbare Gesundheitsversorgung angewiesen sind. Letztes Jahr mussten wir schmerzhaft erleben, was passiert, wenn die passende Hilfe für vulnerable trans\* Personen nicht schnell genug verfügbar ist. Zwei unserer Clubmitglieder sind durch Suizid gestorben.
Spezialisierte Beratungsangebote wie 4Be für trans\* Personen mit Suchterkrankungen retten Leben. An dieser Stelle sprechen wir unseren größten Dank aus an alle, die sich im Gesundheitssystem und im Beratungssystem für trans\* Menschen einsetzen.
Gegen die Einführung einer Transkartei haben wir uns [bereits letztes Jahr ausgesprochen](https://hamburg.ccc.de/blog/2025/07/30/transkartei/), als ein entsprechender Entwurf auf Bundesebene vorlag. Auch auf Landesebene verurteilen wir solche Vorhaben. Wir fordern im Sinne der informationellen Selbstbestimmung die konsequente Einhaltung des Offenbarungsverbots für abgelegte Vornamen und Geschlechtseinträge.
### Volltext der unterzeichneten Pressemitteilung:
***Die-In des trans Blocks auf dem CSD Hamburg: Protest gegen zunehmende Gefährdung queerer Menschen und geplante Verschlechterungen der Versorgung***
*Hamburg, 27. Juli 2026 - Angst gehört für viele queere Menschen längst zum Alltag. Der Anschlag in Berlin hat erneut gezeigt, wie verletzlich unsere Community ist. Deshalb darf im Umgang mit diesem Gewaltakt das Motiv nicht geleugnet werden. Transfeindlicher Aktivismus wird zunehmend fanatischer - und ist für Menschen wie uns lebensgefährlich.*
*Wie bekannt wurde, plant die Hamburger Innenbehörde eine neue Meldedatenverordnung nach dem Vorbild Baden-Württembergs. Für trans Personen bzw. Menschen, die ihren Personenstand nach dem Selbstbestimmungsgesetz geändert haben oder zukünftig ändern, hätte dies schwerwiegende Konsequenzen: Ihre Daten - einschließlich abgelegter Vornamen und dem zugewiesenen Geschlechtseintrag bei Geburt - würden künftig gegenüber allen Hamburger Ämtern offengelegt.*
*Dies wäre ein massiver Eingriff in die informationelle Selbstbestimmung und erhöhte das Risiko von Diskriminierung, Fehlbehandlung und Gewalt. Solch ein Eingriff bringt keinen Nutzen für die Gesellschaft oder die Behördenabläufe, sondern knüpft an Traditionen im deutschen Recht an, über marginalisierte Gruppen staatlich zu verfügen und sie mit bürokratischen Zumutungen zu belasten. Die Folgen für die psychische Gesundheit von trans\*, inter\* und nicht-binären Menschen sind erkennbar und messbar.*
*Parallel dazu plant die Sozialbehörde, die Förderung und Arbeit der Beratungsstelle 4Be zum 31. Dezember 2026 einzustellen - einer der zentralen Anlaufstellen für trans und genderdiverse Menschen in Hamburg. Darüber hinaus droht im kommenden Jahr eine drastische Einschränkung der medizinischen Versorgung: Sie soll künftig nahezu ausschließlich im Rahmen der Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) stattfinden. Für Hamburg würde das bedeuten, dass die medizinische Versorgung von trans Menschen faktisch auf eine große Klinik konzentriert würde.*
*Dies käme einer Pathologisierung der Versorgung gleich und würde die Zugänge für viele Betroffene massiv erschweren.*
*Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen haben wir uns entschlossen, unseren Protest auf dem diesjährigen CSD Hamburg in Form eines Die-ins sichtbar zu machen. Während der Demonstration wird sich der gesamte trans Block auf die Straße legen.*
*Wir machen damit deutlich: Diese politischen Planungen nehmen die Schädigung und letztlich den Tod von trans Menschen billigend in Kauf.*
*Wir rufen alle solidarischen Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen dazu auf, sich dem trans Block anzuschließen und sich zahlreich am Die-in zu beteiligen. Sichtbarkeit und gemeinsamer Protest sind in dieser Situation unverzichtbar.*